Die Kirche Santa Maria d'Itria im Herzen von Portoscuso birgt eine der verwobensten Geschichten aus Glauben und Legende im Südwesten Sardiniens. Der Name „d'Itria" stammt von Odigitria, griechisch für „die den Weg weist": Der Kult reicht bis ins Jahr 1594 zurück, die ersten schriftlichen Zeugnisse des Festes stammen aus dem Jahr 1630.
Die Legende des Gemäldes
Der Überlieferung nach wurde das heilige Bild — dem Evangelisten Lukas zugeschrieben — in Konstantinopel aufbewahrt, in der Kirche von Odigi, wo Kaiserin Pulcheria es im 5. Jahrhundert aufstellen ließ. In einer Zeit der Unruhen in der Stadt wurde das Gemälde in eine Zedernholztruhe verschlossen und Seeleuten anvertraut, die nach Italien unterwegs waren. Ihr Schiff sank vor der sardischen Küste, und es waren Fischer aus Portoscuso, die die Truhe bargen — genau in den Jahren, in denen die örtliche Thunfischfalle gegründet wurde, um die Mitte des 17. Jahrhunderts.
Die Legende geht weiter: Während eines Sarazenenüberfalls wurde das Abbild in Prozession zur neuen Kirche getragen und, so erzählt man sich, von zwei Geschossen getroffen. Jahre später schickte der Besitzer der Thunfischfalle das Gemälde zur Restaurierung nach Genua — doch es kehrte nie zurück. An seiner Stelle kam die genuesische Holzstatue, die noch heute verehrt wird: Sie ist der Mittelpunkt des Patronatsfestes.
Die Prozession auf dem Meer
Das Fest wird am Pfingstdienstag gefeiert, 52 Tage nach Ostern — ein beweglicher Termin, der sich also jedes Jahr zwischen Ende Mai und Mitte Juni verschiebt. Es ist einer der emotionalsten Anlässe des Jahres in Portoscuso: Die Statue der Jungfrau wird auf ein Hochseefischerboot verladen und zum Vorgebirge von Portopaglietto gebracht, für eine Blumenhommage an die im Meer Verstorbenen. Bei der Rückkehr beginnt die feierliche Prozession durch die Straßen des Ortes, begleitet von den Trompetern der Sartiglia aus Oristano, Folkloregruppen aus ganz Sardinien, Reitern und einer Menge Gläubiger und Besucher. Der bewegendste Moment ist die Rückkehr in die Kirche, wenn die Madonna in einen Mantel aus Rosen gehüllt wird und die Anwesenden mit drei Verbeugungen „grüßt".
Warum es sich lohnt, dabei zu sein
Es ist nicht nur ein religiöses Fest: Es ist einer der seltenen Momente, in denen sich die Verbindung zwischen Portoscuso und dem Meer, das den Ort seit jeher ernährt hat — von der Thunfischfalle an —, wirklich zeigt. Die Kirche Santa Maria d'Itria liegt nur wenige Gehminuten von der Villa Red Melons entfernt, ebenso wie der Küstenabschnitt, durch den die Prozession zieht.
Praktische Tipps
- Der Termin ändert sich jedes Jahr: Da er an Pfingsten gebunden ist, lohnt es sich, ihn zu berechnen (52 Tage nach Ostern) oder im Frühjahr die Veranstaltungen der Gemeinde Portoscuso zu prüfen.
- Der Ort füllt sich: Wenn Sie extra wegen des Festes kommen, buchen Sie im Voraus.
- Um das Verladen und Entladen der Statue zu sehen, lohnt es sich, sich rechtzeitig entlang der Küste Richtung Portopaglietto einen Platz zu sichern.
Schreiben Sie uns auf WhatsApp, falls Ihr Besuch mit dem Fest zusammenfällt — wir helfen Ihnen gerne bei der Planung: +39 347 915 5119.

